Funktionsweise einer Entgasungsanlage

Ziel der thermischen Entgasung ist es, inerte Gase aus dem Speisewasser zu entfernen. Dadurch werden Effizienz, Lebensdauer und die zuverlässige Funktion von Dampfsystemen langfristig sichergestellt.

Thermische Entgasungsanlagen entfernen über 99 % des Sauerstoffs ganz ohne Chemikalien – das reduziert Wartungsaufwand, Umweltrisiken und Betriebskosten. Im Vergleich zu chemischen Verfahren gelten sie daher als besonders effizient, sicher und nachhaltig in der Speisewasseraufbereitung.

Bewährtes Verfahren: Sprühentgaser

In der Praxis haben sich die von Helmes angebotenen Sprühentgaser als thermisches Entgasungsverfahren etabliert. Beim Sprühentgaser wird das zu entgasende Kondensat / Deionat über einen Lochkörper in einen mit Brüdendampf gefluteten Entgasungsraum gesprüht. Die große Tropfenoberfläche sorgt für einen intensiven Wärmeaustausch. Der über ein Dampfverteilsystem eingeleitete Heizdampf erhitzt das im Speisewasserbehälter befindliche Kondensat / Deionat auf Sattwassertemperatur. Infolge des Aufkochens vom Kondensat / Deionat werden Sauerstoff und weitere inerte Gase ausgelöst.

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Typische Einsatzgebiete von Entgasungsanlagen

Entgasungsanlagen kommen überall dort zum Einsatz, wo Dampf als Prozessmedium genutzt wird und höchste Anforderungen an die Speisewasserqualität gestellt werden. Typische Einsatzbereiche sind Kraftwerke, industrielle Dampfkesselanlagen, Chemie- und Pharmaindustrie, Lebensmittelproduktion sowie thermische Energiezentralen. Auch in Papierfabriken, Raffinerien oder Textilbetrieben leisten Entgasungssysteme einen wichtigen Beitrag zur Prozesssicherheit.

Überall gilt: Sauerstoff und Kohlendioxid im Speisewasser verursachen Korrosion, reduzieren die Lebensdauer von Komponenten und gefährden die Betriebssicherheit. Eine professionelle Entgasung sorgt hier für stabilen Anlagenbetrieb, optimierte Energieeffizienz und langfristige Investitionssicherheit.

In vielen Dampfsystemen arbeiten Entgasungsanlagen eng mit Kondensationsanlagen zusammen. Während die Entgasung das Speisewasser aufbereitet, sorgen Kondensationsanlagen für die effiziente Rückgewinnung von Kondensat und Prozesswärme.

Komponenten einer Entgasungsanlage

Für einen effizienten Betrieb zählt neben dem Verfahren vor allem das Zusammenspiel hochwertiger Komponenten. Sie sichern eine zuverlässige, energieeffiziente und wartungsarme Entgasung.

Sprühentgaser: Effiziente Wärmeübertragung mit Sprühvorwärmern

Im Zentrum vieler Anlagen steht der Sprühentgaser, über den das kalte Kondensat / Deionat mittels eines Lochkörpers in den Brüdendampfbereich des Speisewasserbehälters gesprüht wird und sich hierbei aufwärmt. Gleichzeitig wird ein großer Anteil des Brüdendampfes bei diesem Aufwärmprozess kondensiert.

Brause: Zerstäubungseinheit für maximale Wasseroberfläche

Ein oft unterschätztes, aber zentrales Element ist ein Lochkörper der oft auch als Brause bezeichnet wird: Über die Brause wird das kalte Kondensat / Deionat in Tropfen versprüht (Rainfall). Über die so vergrößerte Kontaktfläche wird das Kalte Kondensat / Deionat durch dem im Speisewasserbehälter vorhandenen Brüdendampf vorgewärmt. Gleichzeitig wird ein großer Anteil des Brüdendampfes bei diesem Aufwärmprozess kondensiert. Moderne Brausen sichern auch bei schwankendem Durchfluss eine gleichmäßige Verteilung – für stabile Entgasungsleistung und hohe Betriebssicherheit.

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Speisewasserbehälter: Bevorratung, Entgasung und Temperaturpuffer

Der Speisewasserbehälter kombiniert Entgasung und Bevorratung und versorgt den Kessel kontinuierlich mit vorgewärmtem und entgastem Speisewasser. Als Temperaturpuffer gleicht er Lastschwankungen aus. Ein geregelter Durchfluss ist die Grundlage für einen sicheren Betrieb der Dampfkesselanlage.

Verbindung zur Dampfkesselanlage: Perfekt abgestimmte Systemlösung

Die Entgasungsanlage steht nicht für sich allein: Sie ist integraler Bestandteil der gesamten Dampfkesselanlage. Der Speisewasserbehälter ist über Rohrleitungssysteme, Regelarmaturen und Sensorik nahtlos mit dem Dampferzeuger verbunden. Diese Schnittstelle muss exakt geplant und abgestimmt werden; nur so können Druck- und Temperaturverhältnisse stabil gehalten und das Speisewasser unter optimalen Bedingungen dem Dampfkessel zugeführt werden.

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Vorteile der Helmes-Lösungen im Überblick

Helmes kombiniert jahrzehntelange Erfahrung mit moderner Technik für sichere, effiziente und langlebige Lösungen in jedem industriellen Umfeld.

  • Energieeffizient: Wärmerückgewinnung senkt Betriebskosten und steigert die Leistung.
  • Langlebig: Hochwertige Werkstoffe und wartungsarme Konstruktion für Dauerbetrieb.
  • Flexibel: Modularer Aufbau – individuell anpassbar je nach Anforderung.
  • Zertifiziert: Geprüfte Qualität nach DIN EN ISO 9001:2015.

Das Ergebnis: Maßgeschneiderte thermische Entgasungsanlagen, die Technik, Effizienz und Zuverlässigkeit in jeder Betriebsumgebung optimal vereinen.

Weitere Produktlösungen von Helmes – Speisewassertank & Co. kaufen

Neben der Entwicklung und Fertigung individuell ausgelegter Entgasungslösungen bietet Helmes ein breites Portfolio verfahrenstechnischer Komponenten für den industriellen Einsatz. Dazu zählen insbesondere hochwertige Rohrbündel-Wärmeaustauscher zum Erhitzen, Kühlen, Verdampfen und Kondensieren unterschiedlichster Medien. Ergänzt wird das Angebot durch druckfeste Behälter aus Stahl oder Edelstahl, die passgenau auf spezifische Anwendungsbereiche abgestimmt sind.

Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der Entwicklung leistungsstarker Kondensationsanlagen, die eine effiziente Rückgewinnung und Nutzung von Wärme aus Prozessdämpfen ermöglichen. Ebenso bietet Helmes Druckwärmespeicher, die eine flexible und wirtschaftliche Wärmespeicherung erlauben. Die Speicherung dieser thermischen Energie ist dabei ein zentraler Baustein für die Effizienz und Regelbarkeit moderner Anlagenkonzepte.

FAQs zu Entgasungsanlagen

Was ist eine Entgasungsanlage und wie funktioniert sie?

Eine Entgasungsanlage ist ein verfahrenstechnischer Apparat, der gelöste inerte Gase aus dem Speisewasser von Dampfsystemen entfernt. Dabei wird das Speisewasser auf Sattwassertemperatur erhitzt, wodurch die gelösten Gase ausgetrieben und über einen Brüdenstrom abgeführt werden. In der Praxis setzen wir thermische Entgasungsanlagen mit Sprühentgaser ein, in denen das kalte Kondensat oder Deionat fein verteilt in einen mit Brüdendampf gefluteten Entgasungsraum eingebracht wird. Eine moderne thermische Entgasungsanlage entfernt über 99 % des im Wasser gelösten Sauerstoffs.

Was ist ein Sprühentgaser?

Ein Sprühentgaser ist eine Bauform der thermischen Entgasung, bei der das Speisewasser über einen Lochkörper – die sogenannte Brause – fein zerstäubt in einen mit Brüdendampf gefluteten Entgasungsraum gesprüht wird. Durch die Zerstäubung in feine Tropfen entsteht eine sehr große Wasseroberfläche, an der Wärme- und Stoffaustausch zwischen Wasser und Dampf besonders intensiv ablaufen. Der Brüdendampf erhitzt das Wasser auf Sattwassertemperatur, wodurch die gelösten Gase ausgetrieben und gleichzeitig ein großer Teil des Brüdens kondensiert wird. Sprühentgaser zeichnen sich durch eine kompakte Bauweise, hohe Entgasungsleistung und stabile Funktion auch bei schwankendem Lastverhalten aus.

Warum muss Speisewasser entgast werden?

Speisewasser muss entgast werden, weil gelöste Gase wie Sauerstoff und Kohlendioxid massive Korrosion in Dampfkesseln, Rohrleitungen und Wärmeübertragern verursachen. Sauerstoff führt zu Lochfraß und Sauerstoffkorrosion an Stahloberflächen, Kohlendioxid bildet im Kondensat Kohlensäure und greift dadurch insbesondere kondensatführende Leitungen an. Beide Effekte verkürzen die Lebensdauer der Komponenten erheblich und gefährden im Ernstfall die Betriebssicherheit der gesamten Dampfkesselanlage. Eine professionelle Entgasung sorgt für stabilen Anlagenbetrieb, hohe Energieeffizienz und langfristige Investitionssicherheit. In den meisten Industrie- und Kraftwerksanwendungen ist sie über die VGB-Richtlinien und die Speisewasserqualitätsanforderungen nach DIN EN 12952 vorgeschrieben.

In welchen Branchen werden Entgasungsanlagen eingesetzt?

Entgasungsanlagen werden in Branchen eingesetzt, wo Dampf als Prozessmedium genutzt wird und hohe Anforderungen an die Speisewasserqualität bestehen. Typische Einsatzbereiche sind Kraftwerke, industrielle Dampfkesselanlagen, Heizkraftwerke und thermische Energiezentralen sowie die Chemie- und Pharmaindustrie. Ebenso unverzichtbar sind sie in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion, in Papierfabriken, Raffinerien und Textilbetrieben, in denen Prozessdampf in großen Mengen erzeugt wird. Auch Fernwärmenetze und Biomasseanlagen setzen auf thermische Entgasung, um die Lebensdauer ihrer Dampferzeuger und Wärmeübertrager zu sichern.

Was ist der Unterschied zwischen thermischer und chemischer Entgasung?

Der zentrale Unterschied liegt im Wirkprinzip: Die thermische Entgasung entfernt gelöste Gase rein physikalisch durch Erhitzen des Speisewassers auf Sattwassertemperatur, während die chemische Entgasung Restsauerstoff durch Zugabe von Sauerstoffbindemitteln wie Natriumsulfit oder Hydrazin bindet. Thermische Verfahren reduzieren den Sauerstoffgehalt im Wasser um über 99 % und arbeiten ohne Chemikalien, was sie zu einer nachhaltigen, umweltfreundlichen und betriebskostenarmen Lösung macht. Chemische Verfahren hingegen erzeugen zusätzliche Salzfrachten im Kessel, erfordern eine kontinuierliche Dosierung und Überwachung und können zu höheren Betriebs- und Entsorgungskosten führen.